Achtung - Zeckenalarm
Zecken gehören zu den Spinnentieren und sind weltweit verbreitet. Über 800 Arten sind bekannt, vor allem Schild- und Lederzecken. In Mitteleuropa beginnt ihre Aktivität meist ab Temperaturen von etwa 7 °C. Typisch sind zwei Hochphasen: im Frühsommer und im Herbst. Milde Winter und steigende Durchschnittstemperaturen begünstigen inzwischen eine verlängerte, teils ganzjährige Saison.
Zecken bevorzugen Lebensräume mit hoher Luftfeuchtigkeit: Waldränder, Lichtungen, Unterholz und hochgewachsene Gräser. Dort treffen sie auf ihre Wirte – unter anderem Mäuse, Igel, Vögel und Rehe, aber auch Hunde, Katzen, Pferde und Menschen. Der eigentliche Blutverlust ist meist unproblematisch. Medizinisch relevant ist jedoch die Fähigkeit der Zecken, Krankheitserreger zu übertragen.
In Deutschland ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) die häufigste Art. Er kann unter anderem Borreliose übertragen. Zecken durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien: vom Ei über Larve und Nymphe bis zum erwachsenen Tier. Auffällig: Larven besitzen zunächst nur sechs Beine. Erst nach der ersten Blutmahlzeit entsteht das für Spinnentiere typische vierte Beinpaar. Der vollständige Entwicklungszyklus dauert häufig zwei bis drei Jahre.
Entgegen einem hartnäckigen Mythos fallen Zecken nicht von Bäumen. Sie erklimmen Gräser und Sträucher und warten dort auf vorbeistreifende Wirte. Mithilfe hochsensibler Sinnesorgane reagieren sie auf Geruch, Wärme und Kohlendioxid. Beim Stich geben sie betäubende Substanzen ab, sodass dieser meist unbemerkt bleibt. Zusätzlich verankern sie sich fest in der Haut.
Zeckenschutz bleibt entscheidend
Nicht jeder Zeckenstich führt zu einer Infektion, dennoch besteht ein Risiko. Zecken sollten daher möglichst frühzeitig entfernt werden. Repellents können bei Aufenthalten im Freien sinnvoll sein.
Neben klassischen Präparaten greifen viele Tierhalter inzwischen auf natürliche Alternativen zurück. Bestimmte Pflanzen produzieren sekundäre Pflanzenstoffe, die Parasiten abwehren können. Besonders ätherische Öle – etwa aus Geranie, Lavendel oder Eukalyptus – werden häufig eingesetzt, um Zecken fernzuhalten. Solche pflanzenbasierten Varianten gelten bei sachgemäßer Anwendung oft als gut verträglich für Tier, Mensch und Umwelt. Wichtig ist dabei die konsequente und regelmäßige Anwendung, da natürliche Schutzmechanismen meist sanfter wirken.
Unabhängig von der gewählten Schutzmaßnahme gilt: Nach Spaziergängen in Wald und Wiese Tiere und Menschen gründlich absuchen. Früherkennung ist die beste Prävention.